Alle freuen sich auf die Sommerferien – und manche haben Angst davor
Aktualisiert: 31. Juli
In wenigen Wochen beginnen die Sommerferien in Bremen und Niedersachsen.
Viele Familien freuen sich darauf.
Endlich ausschlafen. Keine Hausaufgaben. Mehr gemeinsame Zeit. Vielleicht sogar Urlaub.
Von außen wirken die Ferien oft wie die schönste Zeit des Jahres.
Doch für manche Familien fühlt sich der Gedanke an die Sommerferien ganz anders an.
Denn während andere sich auf sechs freie Wochen freuen, fragen sich manche Eltern schon jetzt:
Wie sollen wir das schaffen?
Wenn die Ferien keine Entlastung bringen
Viele Familien gehen bereits erschöpft in die Sommerferien.
Die letzten Monate waren anstrengend.
Schule.
Arbeit.
Termine.
Verpflichtungen.
Organisation.
Und oft das Gefühl, ständig funktionieren zu müssen.
Die Ferien sollen eigentlich Erholung bringen.
Doch für manche Eltern entsteht stattdessen zusätzlicher Druck.
Wer betreut die Kinder?
Wie lassen sich Arbeit und Ferien vereinbaren?
Wie sollen sechs Wochen organisiert werden?
Wie finanziert man Ausflüge, Betreuung oder Urlaub?
Und was passiert, wenn man selbst längst keine Kraft mehr hat?
Wenn Kinder Veränderungen schwer aushalten
Für viele Kinder sind Ferien etwas Schönes.
Für andere bedeuten sie vor allem Veränderung.
Die gewohnte Struktur fällt weg.
Vertraute Lehrkräfte sind nicht da.
Freunde werden seltener gesehen.
Der Tagesablauf verändert sich.
Besonders Kinder in Übergangsphasen reagieren darauf häufig sensibel.
Zum Beispiel:
- Kinder, deren Eltern sich getrennt haben.
- Kinder, die zwischen zwei Haushalten pendeln.
- Kinder, die nach den Ferien die Schule wechseln.
- Kinder, die einen Verlust erlebt haben.
- Kinder, die gerade mit Ängsten oder Unsicherheiten kämpfen.
Was für Erwachsene nach einer Kleinigkeit aussieht, kann für Kinder eine große Belastung sein.
Die ersten Ferien nach einer Trennung
Für manche Familien sind es die ersten Sommerferien nach einer Trennung.
Plötzlich müssen Ferienzeiten zwischen zwei Elternteilen organisiert werden.
Kinder vermissen den anderen Elternteil.
Eltern kämpfen mit Schuldgefühlen.
Pläne funktionieren nicht wie früher.
Und während alle versuchen, das Beste daraus zu machen, merken viele Kinder sehr genau, dass sich etwas verändert hat.
Die ersten Ferien nach einem Verlust
Manche Familien erleben die Ferien zum ersten Mal ohne einen Menschen, der bisher selbstverständlich dazugehört hat.
Ohne Oma.
Ohne Opa.
Ohne Mama.
Ohne Papa.
Ohne Geschwisterkind.
Oder ohne das Sternenkind, das eigentlich da sein sollte.Trauerbegleitung
Während andere Familien Erinnerungen schaffen, werden manche Familien in den Ferien besonders stark daran erinnert, wer fehlt.
Auch das gehört zur Realität vieler Familien.
Wenn Kinder Gefühle nicht in Worte fassen können
Kinder sagen oft nicht:
„Ich habe Angst.“
Oder:
„Ich bin traurig.“
Sie zeigen es anders.
Durch Wut.
Durch Rückzug.
Durch Streit.
Durch Anhänglichkeit.
Durch Schlafprobleme.
Durch Tränen, die scheinbar aus dem Nichts kommen.
Gerade in den Ferien wird vieles sichtbarer, weil der gewohnte Alltag nicht mehr ablenkt.
Eltern müssen nicht alles alleine tragen
Viele Eltern glauben, sie müssten jede Herausforderung alleine bewältigen.
Doch gerade belastende Lebenssituationen werden nicht leichter, wenn man versucht, alles alleine zu tragen.
Manchmal hilft bereits jemand, der zuhört.
Jemand, der Kinder in schwierigen Übergangsphasen begleitet.
Jemand, der Familien entlastet.
Jemand, der Ruhe hineinbringt, wenn gerade alles zu viel wird.
Ferien müssen nicht perfekt sein
Vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft.
Kinder brauchen keine perfekten Ferien.
Sie brauchen keine täglich wechselnden Ausflüge.
Keine perfekte Planung.
Keine makellosen Erinnerungen.
Sie brauchen Menschen, die ihnen Sicherheit geben.
Menschen, die sie ernst nehmen.
Menschen, die da sind.
Und Eltern dürfen sich erlauben, Unterstützung anzunehmen, wenn die Belastung zu groß wird.
Denn während viele Familien den Ferienbeginn mit Vorfreude erwarten, erleben andere diese Zeit mit Sorgen, Unsicherheit oder Überforderung.
Und auch diese Familien verdienen Verständnis, Entlastung und Begleitung.
Mehr Informationen zur Begleitung von Kindern in Übergangsphasen sowie zur Alltagsbegleitung finden Sie hier. Alltagsbegleitung,Tiergestützte Begleitung



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